Brucknerorchester Coburg

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Saale-Zeitung, 04.01.2013

Der Beifall nahm kein Ende
Die Musiker des Brucknerorchesters gaben ein begeisterndes Neujahrs-Konzert in der Musikakademie

Hammelburg - Der große Saal war vollbesetzt, die Zuhörer freuten sich auf ein Konzert der Extraklasse, und ihre Hoffnungen wurden nicht enttäuscht. Das Brucknerorchester spielte von Dmitri Schostakowitsch die Festliche Ouvertüre und die 5. Symphonie in d-moll. Langanhaltender Beifall war der Lohn für die Musikerinnen und Musiker. Gern hätte das Publikum noch eine Zugabe gehört, aber das ist wohl bei solchen Anlässen nicht üblich.

"Das Konzert war wirklich eine tolle Sache, zumal man solche Werke hier eigentlich nur selten hört", schwärmte Elfriede Böck, Leiterin des Kulturamts der Stadt Hammelburg. Damit sprach sie auch vielen anderen Zuhörern aus dem Herzen, die offenkundig ebenfalls begeistert waren vom großen Können des Orchesters.

Eigentlich einmalige Sache

Felix Leyde aus Coburg, der selbst Posaune spielt, gründete den Klangkörper vor elf Jahren als reines überregionales Projektorchester. "Eigentlich war es als einmalige Sache gedacht. Aber die Woche über Silvester mit der 7. Sinfonie von Anton Bruckner hat allen Beteiligten viel zu viel Spaß gemacht", berichtete er.

Daher organisiert Leyde seitdem jedes Jahr in der Woche zum Jahreswechsel über Silvester das Brucknerorchester. Hier erarbeiten sich erfahrene jüngere und ältere Musiker aus dem gesamten Bundesgebiet große Sinfonie beziehungsweise sinfonische Werke mit wechselnden Dirigenten. Diese Werke werden von Laien-Orchestern eigentlich nicht aufgeführt. "Das Orchester hat unter den großen Laien-Sinfonie-Orchestern inzwischen einen festen Platz eingenommen, ist aber rein privater Natur und kein Verein", betonte Leyde.

Dirigent Hannes Krämer

Nachdem im vergangenen Jahr die "Alpensinfonie" von richard Strauss erklang, hatten sich die Musiker heuer erstmals ein Schostakowitsch-Programm vorgenommen. Dirigiert wurden sie zum zweiten Mal von Hannes Krämer, Mitglied der Bamberger Symphoniker.

Von 2007 bis 2009 war Krämer erster Gastdirigent des Internationalen Mahler Orchesters, dem Maria Mahler als Präsidentin vorsteht. Mit diesem Orchester reiste er regelmäßig nach London und ins euroäische Ausland. Seit 2008 steht er dem Collegium Musicum in Bamberg als musikalischer Leiter vor.

Quelle: Saale-Zeitung, http://www.saale-zeitung.de/, mr

Mittelbayerische Zeitung, 06.01.2010

Mit Bruckner ins Jubiläumsjahr
Die Bayerische MusikAkademie Schloss Alteglofsheim wird 2010 zehn Jahre alt

Alteglofsheim. Die Bayerische MusikAkademie Schloss Alteglofsheim startete mit einem musikalischen Feuerwerk ins neue Jahr 2010 und in das eigene Jubiläumsjahr. Denn die Einrichtung wird im September zehn Jahre alt. Mit Richard Wagners Parsifal-Ouvertüre und Anton Bruckners letzter Sinfonie Nr. 9 in D-Moll präsentierte sich das Bruckner-Orchester aus Coburg zum Auftakt des Jubiläumsjahres in glänzender Verfassung.

Es war wohl kein Zufall, dass Dirigent Reinmar Neuner für das Neujahrsprogramm Werke zweier Zeitgenossen auswählte, die sich sehr schätzten. Bruckner verehrte Wagner und fand seinen Parsifal zum "Niederknien" gut. So kamen die gut 320 Konzertgäste im Konzertsaal der MusikAkademie voll auf ihre Kosten. Zum Auftakt spielte das Orchester die Parsifal-Ouvertüre. Das "leichtere" Stück vermittelte einen Eindruck von Spielfreude und Leichtigkeit, die das Orchester über die Jahreswende in Alteglofsheim während seiner einwöchigen Arbeitsphase förmlich verinnerlicht hatte.

Mit der 9. Sinfonie hatten sich Dirigent und Orchester wohl Bruckners monumentalste Sinfonie vorgenommen. Das Ergebnis war überwältigend. Als letzte Sinfonie mit dem Titel "Dem lieben Gott" nimmt das Stück im Schaffen des Komponisten eine besondere Stellung ein. Nur drei Sätze konnte er noch vollständig ausarbeiten; der vierte Satz blieb unvollendet. So entwickelte Neuner zwischen dem ersten Satz "Feierlich, Misterioso" und dem dritten, "Adagio, langsam, feierlich", deutlich die Dynamik des sinfonischen Fragments. Der zweiten Satz (Scherzo) mit imposanten Bläser- und Streicherwechseln verlangte dem Orchester die ganze Konzentration ab. Mit annähernd 40 Streichern präsentierte das Orchester ein fulminantes Klangbild im Dialog mit den hervorragenden Bläsern, deren Einsätze punktgenau antworteten.

Dirigent Neuner führte das Orchester sicher durch die Bruckner'schen Klangphantasien. Ihm gelang es, die Feinheiten deutlich herauszuarbeiten. Entsprechend lang fiel der Applaus des begeisterten Publikums aus.

Quelle: Mittelbayerische Zeitung, http://www.mittelbayerische.de/

Main-Post, 05.01.2009

Starker Applaus für Bruckner-Orchester
Öffentliche Generalprobe zum Abschluss der Probenwoche an der Bayerischen Musikakademie

Hammelburg (pm) Zum wiederholten Mal war das Bruckner-Orchester für eine Woche in der Bayer. Musikakademie zu Gast. Mit einer öffentlichen Generalprobe in Hammelburg bereiteten sich die Musikerinnen und Musiker dieses großen Sinfonieorchesters unter ihrem Dirigenten Reinmar Neuner auf das Konzert in Würzburg vor.

Die siebensätzige Orchestersuite "Die Planeten" des englischen Komponisten Gustav Holst (1874 - 1934) bildete den Hauptteil des Programms. Im Gegensatz zum angelsächsischen Raum in Deutschland eher selten zu hören, weist die Suite mit den Satzbezeichnungen "Mars, Venus, Merkur, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun" eindeutige spätromantische Züge auf, mit allem, was diese Musikepoche kennzeichnet. Nicht von ungefähr ist der heutige Zuhörer an effektvolle Filmmusik erinnert, war doch diese Suite nicht nur eine der Vorgängerinnen dieses Genres, sondern einzelne Phrasen und Teile des Werkes waren oft Grundlage für Kompositionen in neuerer Zeit. Nachdem sich Holst ausgiebig mit der Astrologie befasst hatte, kam ihm die Idee seine mystischen Erkenntnisse musikalisch zu verarbeiten. Beeinflusst von der Musik Igor Stravinskys und Arnold Schönbergs stattete er die Suite mit monumentalen Klangeffekten aus.

Beeindruckend, wie das Bruckner-Orchester dieses Werk nach nur kurzer Einstudierung in den Griff bekam. Wenn auch höchst motiviert, so sitzen doch zumeist Laienmusiker an den Pulten, die aus allen Teilen Deutschlands kommend sich einmal im Jahr zum gemeinsamen Orchesterspiel versammeln. In allen Registergruppen stark besetzt, lotete das Orchester die ganz unterschiedlichen Stimmungen aus und bereitete Dank höchster Konzentration und sorgfältigem Zusammenspiels uneingeschränkte Hörfreude.

Das gilt auch für die eingangs zu Gehör gebrachten Vorspiele aus der Oper Lohengrin von Richard Wagner. Während im Vorspiel zum I. Akt das Gralsthema zunächst zart in den Streicher und dann in weihevoller Klangentfaltung von den Blechbläsern auf den Kern des Operngeschehens vorbereitet, leitet das Vorspiel zum III. Akt mit temporreichem Jubel und herrlicher Prachtentfaltung über zu dem bevorstehenden Hochzeitsfest. Reinmar Neuner, den sich das Orchester zum zweiten Mal als Dirigent geholt hat, führte die Musikerinnen und Musiker, darunter viele Jugendliche, mit sicherer Hand durch die anspruchsvollen Partitiuren. Starker anerkennender Applaus im voll besetzten Großen Saal der Akademie.

Quelle: Saale-Zeitung, http://www.saale-zeitung.de/

Main-Post, 05.01.2009

Die Planeten sorgen für Hörfreude
Öffentliche Generalprobe des Bruckner-Orchesters

Hammelburg (pm) Das Bruckner-Orchester zu Gast in der Bayerischen Musikakademie: Mit einer öffentlichen Generalprobe in Hammelburg zwischen Weihnachten und Neujahr bereiteten sich die Musikerinnen und Musiker des Sinfonieorchesters unter ihrem Dirigenten Reinmar Neuner auf ein Konzert in Würzburg vor. Die siebensätzige Orchestersuite "Die Planeten" des englischen Komponisten Gustav Holst (1874 bis 1934) bildete den Hauptteil des Programms.

Im Gegensatz zum angelsächsischen Raum in Deutschland eher selten zu hören, weist die etwa eine Stunde dauernde Suite mit den Satzbezeichnungen Mars, Venus, Merkur, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun eindeutige spätromantische Züge auf, mit allem, was diese Musikepoche kennzeichnet. Der heutige Zuhörer fühlt sich an effektvolle Filmmusik erinnert, war doch diese Suite nicht nur eine der Vorgängerinnen dieses Genres, sondern einzelne Phrasen und Teile des Werkes waren oft Grundlage für Kompositionen in neuerer Zeit.

Mit der Astrologie befasst

Nachdem sich Holst ausgiebig mit der Astrologie befasst hatte, kam ihm die Idee, seine mystischen Erkenntnisse musikalisch zu verarbeiten. Beeinflusst von der Musik Igor Strawinskis und Arnold Schönbergs stattete er die 1920 uraufgeführte Suite mit monumentalen Klangeffekten aus.

Beeindruckend, wie das Bruckner-Orchester dieses Werk nach nur kurzer Zeit des Einstudierens meisterte. Wenn auch höchst motiviert, so sitzen doch zumeist Laienmusiker an den Pulten, die aus allen Teilen Deutschlands kommen und sich einmal im Jahr zum gemeinsamen Orchesterspiel versammeln. In allen Registergruppen stark besetzt, lotete das Orchester die unterschiedlichen Stimmungen aus und bereitete - dank höchster Konzentration und sorgfältigem Zusammenspiel - uneingeschränkte Hörfreude.

Weihevoller Richard Wagner

Das galt auch für die zunächst zu Gehör gebrachten Vorspiele aus der Oper Lohengrin von Richard Wagner. Während im Vorspiel zum ersten Akt das Gralsthema zunächst zart durch die Streicher vorbereitet und dann in weihevollen Klängen von den Blechbläsern entfaltet wurde, leitete das Vorspiel zum dritten Akt mit temporeichem Jubel und herrlicher Prachtentfaltung über zu dem bevorstehenden Hochzeitsfest.

Reinmar Neuner, den sich das Orchester zum zweiten Mal als Dirigenten geholt hat, führte die Musikerinnen und Musiker - darunter auch viele Jugendliche - mit sicherer Hand durch die anspruchsvollen Partituren. Starker anerkennender Applaus im voll besetzten Großen Saal der Akademie.

Quelle: Main Post, http://www.mainpost.de/lokales/bad-kissingen/Hammelburg;art770,4901674

Bayerischer Rundfunk, Bayern 5 Aktuell, 03.01.2009, 11:23, 13:23, ...

Über die siebte Arbeitsphase des Brucknerorchesters wurde in einem 4-minütigen Feature im Kulturteil von Bayern 5 Aktuell am 3.1. 2009 alle zwei Stunden während der Mittagszeit berichtet! Ein Download des Mitschnittes wird hier verfügbar sein, sobald wir die Erlaubnis vom Bayerischen Rundfunk dazu haben.

Main-Post, 30.12.2008

Neujahrskonzert mit dem Brucknerorchester

Hammelburg (si) Zum Neujahrskonzert lädt das Bruckner-Orchester am Freitag, 2. Januar, um 16.30 Uhr in die Hammelburger Musikakademie. Das Konzert ist eine öffentliche Generalprobe für den Auftritt am Samstag in Grombühl in der Kirche. Gespielt werden Richard Wagners Lohengrin-Ouvertüre und das Vorspiel zum III. Akt sowie von Gustav Holst "Die Planeten". Die Orchestersuite komponierte Holst zwischen 1914 und 1916. Jeder der sieben Sätze trägt den Namen eines Planeten unseres Sonnensystems. An die Musiker sowie an die Aufnahmefähigkeit des Hörers werden dabei hohe Anforderungen gestellt. Das Bruckner-Orchester wurde vor sieben Jahren von dem Posaunisten Felix Leyde aus Coburg gegründet. Er organisiert jährlich eine Projektwoche für jüngere und ältere Musiker aus dem gesamten Bundesgebiet zur Erarbeitung großer sinfonischer Werke - dieses Jahr nun schon zum dritten Mal an der Bayerischen Musikakademie. Das Orchester gehört keinem Verband an. Der diesjährige Dirigent ist Reinmar Neuner. Er studierte Violine in Nürnberg und bei Igor Ozim an der Musikhochschule Köln, wurde Konzertmeister in Darmstadt und erster Geiger im Gürzenisch-Orchester Köln. Sehr bald widmete er sich dem Dirigieren. Er war bereits Gastdirigent verschiedener deutscher und ausländischer Orchester.

Quelle: Main-Post, http://www.mainpost.de/

Saale-Zeitung, 30.12.2008

Bruckner-Orchester spielt Wagner und Holst
Neujahrskonzert am 2. Januar zum Abschluss der Projektwoche an der Musikakademie

Hammelburg (red) Ein Neujahrskonzert als öffentliche Generalprobe gibt das Brucknerorchester am Freitag, 2. Januar, um 16.30 Uhr in der Musikakademie. Die Musiker bereiten sich hier seit vergangenen Samstag auf ihre Auftritte in Hammelburg und tags darauf in Würzburg vor. Auf dem Programm stehen von Richard Wagner die Lohengrin-Ouvertüre und das Vorspiel zum III. Akt sowie von Gustav Holst "Die Planeten".

Das wohl bekannteste Werk des englischen Komponisten Gustav Holst ist die Orchestersuite "Die Planeten", die er zwischen 1914 und 1916 komponierte. Jeder der sieben Sätze trägt den Namen eines Planeten unseres Sonnensystems. Aus unerfindlichen Gründen steht dieses Meisterwerk in deutschen Konzertsälen nur selten auf dem Spielplan, dabei ist es eines der meist "zitierten" Werke der Musikgeschichte. An die Musiker sowie an die Aufnahmefähigkeit des Hörers werden höcshte Anforderungen gestellt.

Erfahrene Musiker

Das Orchester wurde vor sieben Jahren von dem Posaunisten Felix Leyde aus Coburg gegründert: Er organisiert jährlich eine Projektwoche über Silvester für erfahrene jüngere und ältere Musiker aus dem gesamten Bundesgebiet zur Erarbeitung großer Sinfonien beziehungsweise sinfonischer Werke, die mit einem Laienorchester nur selten zur Aufführung kommen - dieses Jahr schon zum dritten Mal an der Musikakademie.

Das Orchester ist rein privater Natur und gehört keinem Verband an. Der diesjährige Dirigent, Reinmar Neuner, 1954 in Fürth geboren, studierte Violine in Nürnberg und bei Igor Ozim an der Musikhochschule Köln. Er wurde Konzertmeister in Darmstadt und 1. Geiger im Gürzenich-Orchester Köln.

Ausgezeichneter Dirigent

Sehr bald widmete er sich dem Dirigieren, so besuchte er Kurse bei Hans Swarowski, Otmar Suitner und Sergiu Celibidache. 1979 gewann er den 2. Preis beim Dirigierwettbewerb für deutsche Orchestermusiker des Süddeutschen Rundfunks in Stuttgart. Seitdem war er Gastdirigent verschiedener deutscher und ausländischer Orchester, unter anderem des Gürzenich-Orchesters Köln, des Radio-Symphonie-Orchesters Stuttgart, des Südwestdeutschen Kammerorchesters und des Rundfunk-Orchesters Ljubliana. Reinmar Neuner erhielt den Förderpreis für Musik seiner Heimatstadt Fürth.

Quelle: Saale-Zeitung, http://www.saale-zeitung.de/

Main-Post, 08.01.2007

Üppige Klangfülle bis zum gewaltigen Finale

Hammelburg In glänzender Verfassung präsentierte sich das Bruckner-Orchester in seiner öffentlichen Generalprobe zum Abschluss einer einwöchigen Arbeitsphase an der Musikakademie Hammelburg. Mit Bruckners Achter in c-Moll - mit einer überdimensionierten Instrumentalbesetzung und 80 Minuten Aufführungsdauer - haben die zumeist jungen Musiker eine Herausforderung angenommen und, trotz der nur kurzen Probenzeit, bestens gemeistert.

Anton Bruckner hat mit seiner letzten, vollständig zu Ende komponierten Sinfonie (der Schlusssatz der Neunten blieb unvollendet) nicht nur sein monumentalstes, sondern auch ein vieldeutiges Werk geschaffen. Bruckner selbst sagte, "Meine Achte ist ein Mysterium", von anderen wurden die Bezeichnungen "Apokalyptische" oder "Krone der Musik des 19. Jahrhunderts" hinzugefügt.

Aufgrund vielfältiger Kritik, u. a. von seinem Lehrer und Mentor Hermann Levi, überarbeitete Bruckner die in der Zeit von 1884 bis 1887 unter Schmerzen komponierte erste Fassung. 1890 war die zweite Fassung vollendet, die auch der Aufführung in Hammelburg zu Grunde lag. Bei der Uraufführung 1892 stand der begeisterten Zustimmung Hugo Wolfs die vernichtende Ablehnung Eduard Hanslicks gegenüber, der sich vom "traumverwirrten Katzenjammerstil" und von der "Übertragung von Wagners dramatischem Stil auf die Symphonie" abgestoßen fühlte.

Die Sinfonie besteht aus vier Sätzen, wobei langsamer Satz und Scherzo miteinander vertauscht sind, was den Prinzipien der klassischen Struktur einer Sinfonie widersprach. Die Partitur verlangt eine riesige Besetzung, das Holz sowie Trompeten, Posaunen und Harfe dreifach, Hörner achtfach, wobei nicht alle Dreifach-Positionen im Bruckner-Orchester vertreten waren. Mit 57 Streichern erreichte das Orchester eine Stärke von annähernd 90 Spielern und füllte somit den Großen Saal der Musikakademie zu Zweidritteln. Dicht gedrängt saßen die zahlreichen Zuhörer und sparten am Ende nicht mit Applaus.

Bis dahin war ihnen Aufmerksamkeit und Konzentration abverlangt, wie sie auch Orchesterleiter Nikolaus Indlekofer (Karlsruhe) von seinen Musikern forderte. Präzise, auf jeden äußeren Effekt verzichtend, führte er das Orchester durch Melodienbögen, komplizierte Rhythmik ebenso wie durch wilde und üppige Klangentfaltung, wobei es ihm gelang, vom ersten Takt an mit seinen düster drohenden Streicherklängen bis zum gewaltigen Finale einen nicht enden wollenden Spannungsbogen zu halten. Das Orchester folgte seiner Intention, war stets auf dem Punkt präsent und entfaltete in allen Registergruppen einen sehr geschlossenen Klang.

Die Streicher glänzten mit markantem Strich und sauberer Intonation, die Holzbläser bestachen durch warme Tongebung und das opulente Blech ließ zusammen mit der Basstuba besonders in den choralartigen Abschnitten Wagnersche Romantik aufblitzen. Opernhaftes Kolorit auch durch die süßen Töne der Harfe. Der vielbeschäftigte Paukist setzte bedeutungsvolle Akzente, wie beim unheimlichen Klopfen der Totenuhr (so von Bruckner bezeichnet) am Ende des ersten Satzes.

Main-Post und Saale-Zeitung, 05.01.2006

Beseelt von einem vielschichtigen Werk

Das einzigartige Bruckner-Orchester mit 90 Musikern aus Deutschland probte an der Musikakademie in Hammelburg

Hammelburg Sitzen vor vier Jahren in Coburg zwei Posaunisten beim Bier und klagen, dass sie beim Musizieren im Orchester - ganz im Gegensatz zu den Streichern - so wenig zu tun hätten. Ja, bei Bruckner wäre das anders, stellten sie fest, da käme das Blech viel öfter dran. Und da zündete die Idee und entwickelte vielfältige Aktivitäten: die Gründung eines großen Sinfonieorchesters, mit dem man die Werke des ausgehenden 19. Jahrhunderts, die Werke Bruckners zum Beispiel, realisieren könne.

Die beiden Hobbymusiker Felix Leyde und Markus Kleber schaffen es, innerhalb weniger Monate aus ganz Deutschland begeisterte Instrumentalisten zusammenzuführen und mit ihnen das Brucknerorchester zu gründen. Das überregionale, rein private Ensemble - es gehört keinem Verband an, finanziert sich selbst - tritt fortan einmal jährlich zusammen. Am Ende der einwöchigen Probenphase steht ein öffentliches Konzert.

Erstmals in Hammelburg
Das vierte gemeinsame Musizieren fand erstmalig an der Bayerischen Musikakademie Hammelburg statt. Die 90 Musiker schwärmen von idealen Bedingungen am Schlossberg. Auf dem Programm: Die 5. Sinfonie in cis-moll von Gustav Mahler (1860 - 1911). "Schweres Geschütz" fällt einem dazu ein. Und das will ein Laienorchester in so kurzer Zeit in den Griff bekommen?

Ein wenig Skepsis scheint angebracht in Erwartung der öffentlichen Generalprobe. Mit Folko Jungnitsch hat sich das Orchester einen noch jungen, aber dennoch erfahrenen Dirigenten und einige weitere Dozenten ausgesucht, mit denen das mächtige Werk einstudiert und aufgeführt werden soll. Mahler selbst hat die kompositorische Arbeit in einem Brief so beschrieben: "Die Fünfte ist sehr, sehr schwer." Und auch dem Zuhörer fällt die Aufnahme nicht leicht, die fünf Sätze sind streckenweise so dicht komponiert, musikalische Gedanken kommen und sind gleich wieder verflogen, werden kontrapunktisch verarbeitet, brechen ab und tauchen wieder auf; am Schluss des dritten Satzes, einem Scherzo, werden vier Themen gleichzeitig dargestellt.

Aufwühlend der erste Satz, eine düstere Totenklage, grelle Trompetenmotive zeichnen den Schmerz ehe die Stimmung in tiefe Resignation versinkt. Nach einem Adagietto mit gefühlvollen Melodien, nur von den Streichern und der Harfe gestaltet, nach kraftvollen Themen, die in Fugenform verknüpft sind, schließt der fünfte Satz mit einem mächtigen Bläserchoral. Dirigent Jungnitsch lobt das erstaunlich hohe Niveau des Orchesters. Die Generalprobe offenbart: Hier haben sich talentierte und engagierte Laien gefunden, davon beseelt, einem vielschichtigen Werk bis in seine Verästelungen nachzuspüren. Ob die homogenen, intonationssicheren und gefühlvoll schwelgenden Streicher, die absolut zuverlässigen Holzbläser oder das saubere, nie zu laute Blech, die 90 Musikerinnen und Musiker überzeugen in einem Maße, das die Erwartungen weit übertrifft. Viel anerkennender Beifall von den Zuhörern, die den Großen Saal bis auf den letzten Platz besetzt haben.

So vorbereitet kann das Orchester getrost dem Abschlusskonzert in der Würzburger Stephanskriche entgegen sehen. Übrigens, sie wollen nächstes Jahr wieder nach Hammelburg kommen. Man darf gespannt sein.

Peter H. Miecke

 

Rhön- und Streubote Unterfranken, 05.01.2006

Raunen und Gleißen

Bruckner-Orchester spielte Mahler in Würzburg

Würzburg Auf Schloss Hammelburg studierte ein Brucknerorchester Mahlers fünfte Sinfonie cis-Moll ein und führte sie nach einwöchiger Probenphase in der St. Stephanskirche in Würzburg auf. Das überregionale Orchester besteht überwiegend aus jungen Musikern, die ihr Metier recht ordentlich beherrschen. Mahlers nach eigenen Worten "sehr, sehr schwere" eineinhalbstündige Sinfonie verlangt allerhand technisches Können und ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen in die Empfindungen des Komponisten, der zur Zeit der Entstehung dieser Sinfonie eine schwere Krankheit durchstehen musste.

Der zumeist grüblerische und depressive Ausdruck ist einem Wechselbad der Stimmungen ausgesetzt, die ab und zu in überhitzte Höhepunkte ausarteten. An den Lärm der Blechblasinstrumente und es Beckens musste man sich in den ersten beiden Sätzen erst gewöhnen. Knallig und dynamisch erfüllten sie den Raum - und strapazierten so manchmal. Erst im Scherzo, in dem sich Transparenz und Energie verbünden, und in den polyphonen Abschnitten des Finalsatzes drehte Dirigent Jungnitsch den Lautstärkepegel etwas zurück, so dass auch die anderen Instrumente, insbesondere die Streicher, besser zur Geltung kommen konnten.

Dies kam insbesondere dem idyllisc sanften Adagietto zugute, als das Orchester zeigte, dass es mit Gefühl und Klangkultur die Mahlersche Partitur verschönern kann. Jungnitsch stellte den herben Charme gewisser Stellen, den Ausflug in die tänzerischen Elemente wirkungsvoll heraus, ebenso den Austausch zwischen dunklen und grelleren Farben, je nach Seelenlage.

Akustischer Aufrur beruhigte sich jeweils in versönlichen melodischen Momenten. Die dramaturgischen Kräfte des Werkes kamen üppig zur Geltung. Raunende Naturlaute und Attacken in den Bassfiguren, gleißende Blitze und ein düsteres Wühlen traten hervor. Jugendlich schwungvoll stürzten sich die Musiker in die emotionalen Intensitätsskalen mit selbstverständlicher Natürlichkeit, so dass ein Leidenston gar nicht erst aufkommen konnte. Das bestätigte vor allem der rauschhaft strahlende Schluss der Sinfonie, der in einem einzigartig turbulenten Hymnus mündete.

Klaus Linsenmeyer

 

Fränkische Nachrichten, 08.01.2004

Mit viel Spielfreude

Brucknerorchester konzertierte in Bad Mergentheim

Das ist wahrlich kein schlechter Ort, um Gustav Mahlers 1. Sinfonie in D-Dur zu hören: Die Wandelhalle im Bad Mergentheimer Kurpark. Nur dort fand das 90-köpfige Bruckner-Orchester auf der vergrößerten Bühne den Platz für sein erstes öffentliches Sinfoniekonzert im Taubertal.

Christoph Heidemann aus Hannover, Leiter des dortigen Universitätsorchesters, dirigierte ein Projektorchester, dessen aus vielen Bundesländern ins Taubertal gereiste Laienmusiker er zum Jahreswechsel in der Abgeschiedenheit der Musikakademie Schloss Weikersheim eine Woche lang intensiv auf das anspruchsvolle Werk Mahlers vorbereitet hatte. Einfühlsam folgte der auch asl Violinpädagoge tätige Dirigent den Intentionen Gustav Mahlers und brachte eine Fülle kompositorischer Einfälle zum Klingen. Um die angemessene Aufnahme seines symphonischen Erstlings hatte Gustav Mahler bekanntlich lange ringen müssen und auf dem Wege auch etliches an der Komposition wie an der Bezeichnung der einzelnen Sätze geändert. Der Sinfonie, zu der Mahler eine unglückliche Liebe inspiriert haben soll, gab der Komponist in Anlehnung an Jean Pauls bekannten Roman den Titel "Der Titan".

Doch zwei Jahre später verwarf er den Titel und strich zugleich den ursprünglichen zweiten Satz ersatzlos aus der Partitur. In die beiden ersten Sätze der Komposition fließen thematisch die 1884 von Mahler verfassten Gedichte "Lieder eines fahrenden Gesellen" ein. So beruht der Anfangssatz der ersten Sinfonie auf dem Lied "Ging heut' morgen übers Feld".

Doch nicht nur die liedhaften Elemente, sondern vor allem der ständige Wechsel von der im Widerstreit miteinander stehenden naiven Freude und dem hochgepeitschten Überschwang der Mahlerschen Musik wurden vom Bruckner-Orchester mit viel Spielfreude von schwelgenden Streichern, drohendem Blech und elegischem Holz treffend interpretiert. Gleichermaßen vertraut und irritierend für das aufmerksame Publikum waren die tänzerischen Elemente der Komposition, speziell die Form des "Ländlers" als einer leicht aus den Fugen geratenen "schrägen" Tanzweise. Unüberhörbar war im dritten Satz der Kanon "Bruder Jakob", dessen verfremdende Verarbeitung erneut den ambivalenten Spannungsbogen von einer naiv-schwärmerischen Freude bis zur bedrohlich-gespenstischen Erschütterung ausleuchtete. Die ironische Aufhebung des Trauermarsches im dritten Satz wurde früher als Zeichen künstlerischer Unausgewogenheit gesehen, gilt aber mittlerweile als besonderes Signum der ungewöhnlichen künstlerischen Reife Gustav Mahlers. Das privat organisierte Brucknerorchester, das keinem Musikverband angehört, kam unter der Federführung des Posaunisten Felix Leyde aus Coburg im Vorjahr zum ersten Mal zu einer Arbeitswoche zusammen.

ferö

 

Schwäbische Post, 07.01.2003

Das "Bruckner-Orchester" führt in der Stadtkirche Ellwangen die siebte Sinfonie des Komponisten auf.

Begegnung mit einem selten gespielten Meister

Das hat gut getan: In dem vor allem durch die Präsenz der Barockmusik geprägten Ellwangen eine Bruckner-Sinfonie zu hören war an sich schon ein Erlebnis besonderer Art. Daß die Aufführung durch das gesamtdeutsch zusammengewürfelte, zu einem großen Teil von ambitionierten Amateuren getragene "Bruckner-Orchester", zudem äußerst erfreulich war, machte diese Begegnung mit einem noch immer viel zu selten gespielten Meister der Spätromantik um so wertvoller.

Christoph Heidemann aus Hannover bot eine durchdachte, sehr gut gemachte Interpretation der Sinfonie Bruckners an, die nach der 4., der "Romantischen", wohl die bekannteste sein dürfte. Daß das im Blech nicht ganz korrekt nach der Partitur besetzte Orchester selten etwas neben der perfekten Intonation - hier vor allem bei den Streichern - lag, kann wirklich wegen der lebendigen Darstellung des viersätzigen Werkes vernachlässigt werden.

Sehr fein wurde das Thema des Allegro moderato alla breve des ersten Satzes ausgearbeitet, das Bruckner vom ihm eines nachts erschienenen Freund Dorn aus der Linzer Zeit diktiert bekommen haben will. "Paß auf, mit dem wirst Du Dein Glück machen" soll Dorn ihm gesagt haben. Das "Bruckner-Orchester" unter Heidemann machte sein Glück über die arabeske Reprise hinweg bis zum klangprächtig gesteigerten Hauptthema am Schluß. Es ist müßig, ob Bruckner im zweiten Satz den Tod Richard Wagner voraussah; das "Adagio, sehr feierlich und sehr langsam" in cis mit seinen tiefen Bläsern wurde jedoch von den Musikern mit der getragenen Würde aus dem dynamisch zurückhaltenden piano über das sempre crescendo bis zur zurückhaltenden Stärke des Volumens eines kräftigen tutti geführt. Die Streicher haben den glaubensvollen Trost in Bruckners Selbstzitat aus dem zur gleichen Zeit entstandenen "Te Deum" gut aufgefaßt, sind gut in die folgende Trauer gesunken, nachdem während der Arbeit Bruckner am Ende des zweiten Satzes tatsächlich vom Tode Wagners in Venedig erfährt.

Das schnelle Scherzo im 3/4 Takt, das in a steht, wurde technisch sehr gut gemeistert, der Übergang zum Trio in F, das etwas langsamer anzugehen ist, entstand sehr homogen. Das Hauptthema in der Trompete entspricht der eher heroischen Einstellung, die im Finale "Bewegt, doch nicht schnell, alla breve" beherrschend ist. Das "Bruckner-Orchester" ging energisch an das zweite in As stehende Thema heran, die Unisonophase im dritten Thema wurde gut gemeistert; der insgesamt selbstbewußte Satz des Werkes, das 1887 in Berlin nach einer Aufführung unter Karl Klindworth als ein "vom Kopf bis zum Fuß geharnischter Riese" apostrophiert wurde, ist hervorragend gelungen! Erarbeitet hatte sich das Orchester das Werk auf Schloß Kapfenburg.

tha


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Letzte Änderung: 06.01.2014 02:37